Am Bionikinstitut der Westfälischen Hochschule in Bocholt entstanden im diesjährigen Semesterprojekt des Bachelorstudiengangs Bionik wegweisende Lösungen für ein Problem der modernen Klimatechnik: die Reduktion von Vibrationen in Ventilatorwänden, wie sie zur Kühlung großer Rechenzentren genutzt werden.
Starke Partnerschaft mit der Industrie
Die Aufgabenstellung stammte direkt von der ZIEHL-ABEGG SE, einem Weltmarktführer in der Luft- und Klimatechnik. Die Kooperation war so erfolgreich, dass der Industriepartner für die studentischen Entwürfe nun sogar Patentierungen prüft – ein Ritterschlag für die Qualität der Ausbildung am Standort Bocholt.
Der Gewinner des Publikumspreises
Mit ihrem Projekt sicherte sich die Gruppe „Point P“ den Publikumspreis der Otto-Spaleck-Stiftung. Das Team entwickelte ein sphärisches Flexurgelenk aus dem 3D-Drucker, das Schwingungen rein mechanisch am Wellenendpunkt eliminiert. Die präzise Validierung mittels Sensoren und Arduino-Auswertung überzeugt die 120 Gäste der Abschlusspräsentation.
Vielfältige Ansätze nach dem Vorbild der Natur
Neben dem Siegerteam präsentierten fünf weitere Gruppen beeindruckende bionische Lösungen:
– Ast(a) la Vista, Schwingungen: Übertragung von Energie auf flexible Verzweigungsarme – ein Prinzip, mit dem Bäume Windlasten dämpfen.
– Schwingungsbändiger – Herr der Moden: Strukturversteifung nach dem Skelett-Prinzip von Seeigeln, um kritische Eigenfrequenzen zu verschieben.
– Reibtastisch: Einsatz von Reibelementen in der Motorhalterung, inspiriert durch den Aufbau von Fischschuppen.
– ResoTunes: Kompensation von Unwuchten durch „Tuned-Mass-Damper“, die Schwingungsenergien gezielt aufnehmen und neutralisieren.
– Die Reiberei: Systematische Untersuchung von Reibmaterialien, um die optimale Dämpfung an den Halterungen zu erzielen.
Diese Projekte beweisen: Wenn akademische Freiheit auf industrielle Herausforderungen trifft, entstehen echte Innovationen. Wir gratulieren allen Teilnehmenden zu diesen herausragenden Ergebnissen!
